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Morgens, griesgrämig, zu wenig geschlafen. Das Nasskalte Wetter tut sein übriges und im eiligen Trott, vereinigt mitlaufend in einer Gruppe unbekannter, jeder auf seinem Weg irgendwohin. An der U- Bahnhaltestelle presst sich die Menschenmenge in einen Wagen, obwohl bestimmt noch andere kommen, aber dann kommt man ja zu spät. Wieder mal habe ich nur einen Stehplatz abbekommen, obwohl mir troz meiner relativen Jugend, doch eher zum Sitzen zu Mute ist. Die Fahrt wird eigentlich nur zehn Minuten dauern, und so lange kann ich auch stehen. Ganz bestimmt.
Dummerweise will die Bahn nicht weiterfahren, da irgendwo eine Tür nicht zugeht. Die Ursache ist mal wieder einer dieser Gesellen, die es nicht lassen können, ihr Fahrrad in überfüllte Bahnen mitzunhemen. “Hallo? Merkt Ihr eigentlich noch irgendwas? Begreift Ihr, dass es ausser Euch, Eurem Fahrrad und Euren Kommilitonen aus dem Seminar für RWL noch andere Menschen in dieser verdammten U- Bahn gibt?”. Leider bleiben diese Worte mal wieder nur gedacht und tatsächlich schafft es der Radfahrer mitsamt seinem Rad einzusteigen. Immerhin muss ich da dann nicht aussteigen, womöglich blockiert das Rad die Tür, denn Platz kann er ja nicht machen. Das geht nicht, weil er das Rad ja nicht bewegen kann, da zu viele Menschen in der Bahn sind.
Irgendwann Nachmittags. Ich gehe durch die Stadt, will einkaufen. In Gedanken bin ich weit entfernt, in wirklichkeit irgendwo auf einem Bürgersteig, will eine Strasse überqueren. Die Ampel zeigt grün, ich gehe, zucke schnell zurück um einen Unfall mit dem herannahenden Vollidioten zu vermeiden, der irgendwie nicht begreift, dass einerseits Ampeln auch für Fahrräder gelten, andererseits es keine ratsame Idee hinsichtlich allgemein anerkannter Standards der Zwischenmenschlichkeit ist, radfahrend mit unvermindertem Tempo in grössere Menschenmengen zu fahren. Die machen ja ganz bestimmt Platz. Warum hat in solchen Momenten eigentlich niemand seinen praktischen Alltagsbaseballschläger dabei? Vermutlich, weil diese Personen gerade in einer beinahe leeren U- Bahn am Aussteigen gehindert werden, weil jemand sein Rad so intelligent in den Weg gestellt hat, dass selbiger versperrt ist.
Prinzipiell habe ich nichts gegen Radfahrer. Nur ein besonderer Typus des offensichtlich leicht- autistischen Fahrradfaschisten geht mir täglich mehr gegen den Strich. Dieser Typus bevölkert gerne die Innenstädte deutscher Grosstädte und terrorisiert unwissend mit dem Fahrrad seine Umwelt. Nun ist Autismus eine Behinderung, wahrscheinlich nicht Therapierbar und Behinderte geniessen hinsichtlich Ihrer Behinderung den Schutz besonderer Rücksicht. Darf man diesen Menschen überhaupt böse sein?
Die Frage beantwortet sich schnell positiv, wenn man mal wieder durch wildes Warnklingeln aus seinen Tagträumen gerissen wird, da geschätzte 50 Meter entfernt, auf einem Radweg ein Radfahrer sein kommen anzeigt. Behelmt, mit signalfarbener Outdoorjacke und bestenfalls mit so einer albernen Radfahrer-Leggins bewaffnet. Die besonders gefährlichen von ihnen tragen Sonnenbrillen. Der Abstand zwischen mir und dem Fahrradfaschisten verringert sich bedrochlich. Nur noch drei Meter. Zwei.
Jetzt sind wir auf gleicher Höhe. Ich mache nichts. Ich bleibe einfach stehen. Adolf Radler macht ebenso keinerlei Anstalten, seine gerade Fahrbahn zu verlassen. Warum auch? Ich stehe ja auf einem Bürgersteig und er fährt einen Meter fünfzig entfernt auf einem Radweg. Ich stand auch vorher keineswegs auf diesem Radweg. Niemand stand dort, den ausser Adolf und mir war die Strasse menschenleer. Kann mir mal jemadn verraten, warum diese Vollidioten immer klingeln müssen, sobald sie einen Fussgänger nur sehen? Damit ich mich umdrehe und mich an deren schicken Dress ergötzen kann?
Auch verdammt lieb habe ich die Verkehrslegastheniker unter den Radfahrern. Schilder, Regeln, Ampeln- alles Unsinn, dass zählt nur für Autofahrer. Ich habe ja nichts dagegen, wenn einer mal einer mit dem Rad über eine Rote Ampel fährt, an einer Stelle, wo wirklich nichts los ist. Auch Einbahnstrassenregeln sind mir egal. Ich amüsiere mich gern, über diese ganzen Möchtegernpolizisten, die mit hochrotem Kopf ein lautes “Einbahnstrasse” diesen Radfahrern offenbar zum Gruße entgegenrufen. Nur ist es eben eine feine Auslegungsfrage, wann dass alles okay ist, und wann nicht. Nicht okay ist es, hinter einem Rückwärts einparkenden Transporter mal eben ganz cool und lässig die sichstetig verjüngende Lücke für einen Abstecher vom Bürgersteig auf die Strasse zu nutzen. Jedenfalls könnte das im Falle eines bewaffneten Transporterfahrers noch gefährlicher werden.
Und wenn einer von denen, die an der Zülpicher Radfahrend und mit der anderen Hand telefonierend die dahinterfahrende Bahn aufhalten, irgendwann aus versehen in die Gleisrillen fährt und unter den Zug kommt, dann muss ich sagen, dass sich mein Mitleid wohl in Grenzen hält.
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Diese Frage mag auf den ersten Blick banal erscheinen. So ein Makler will ja auch irgendwovon Leben und seine Leistung bezahlt bekommen. Aber welche Leistung erbringt so ein Makler denn mir, als einem potentiellem Neumieter gegenüber? Eigentlich doch gar keine!
Ich suche die Wohnung selber aus einem Wust von Kleinanzeigen oder im Internet heraus, erscheine dann zusammen mit 20 anderen potentiellen Interessenten, hinterlasse meinen Namen und ein Paar persönliche Informationen auf der Liste des Maklers, fülle maximal noch ein Formular aus und gehe wieder.
Sofern ich Glück haben sollte, wird sich der Makler dann erneut bei mir melden, den Mietvertrag vorlegen und die Provision einsacken. Wofür? Er ist Vertreter des Wohnungseigentümers. Der kann den Makler auch gern bezahlen, denn so kann er sich das Ganze Heckmeck des Aussuchens eines neuen Mieters, nervige Besichtigungen und dumme Fragen ersparen. Mir Gegenüber erbringt derMakler aber keine Leistung. Null, nichts, überhauptnichts. Es ist ja nicht so, dass ich in sein Büro gehe und sage: “Tach, besorg mir mal ‘n 100m² Penthouse, mit Whirlpool, Klimaanlage und Tennishalle, was so maximal 400€ Miete kosten darf.” und der besorgt dann. Nein, ich besorge selber und soll dafür dann trotzdem noch zahlen, denn wenn ich das nicht tue, kommt ein Anderer und macht das. Ausnutzen von Notlagen, nenne ich dergleichen. Nein, das entspricht nicht dem Rechtsempfinden aller billig und gerecht Denkenden, dass ist ungerechtfertige Bereicherung.
Wenn ich Bundeskanzler, oder zumindest Staatssekretär bin, dann wird das ganz schnell verboten. Hiermit hätte ich also schonmal einen Punkt für mein Wahlprogramm.
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Wenn man in Köln wohnt, kennt man sie auf jeden Fall. Plus Märkte. Ich weiss nicht, wie das in anderen Städten aussieht, aber hier kommt scheinbar ein Plus auf fünf Einwohner.
Plusmärkte haben den Nachteil, dass sie zwar so tun, als seien sie ein Discounter im Stile von Aldi oder Lidl, sind dabei in Wrklichkeit genauso teuer wie der Kaiser’s, HL, Stüssgen, MiniMal und die ganzen Verbrecher. Dafür sind die Regale schmuddelig, der Service mies und viele Läden sind so dreckig, wie die Fassade vom West- Center in Bickendorf. Aufgrund der wenigen Mitarbeiter muss man lange an der Kasse warten, aber all das habe ich früher gern in Kauf genommen. Früher, das war damals, als es dort noch Schloss Pils in Glasflaschen gab. Das war ein ganz normales Pils für den schmalen Preis von 29ct/ Flasche. Unschlagbar. Der Kram kam aus Krefeld und hieß früher mal “Rhenania Pils”.
Dann hat Plus vor einigen Wochen das Sortiment komplett auf PET Bier umgestellt. Schloss heisst es immer noch, billig ist es auch, nur leider mit 25ct Einwegpfand behaftet. Leider ist in den Flaschen aber auch nicht mehr das gute Rhenania, sondern irgendeine Plörre aus “Dargun”, nem Kaff im Osten. Es schmeckt abartig und hinzu kommt noch die Plastikflasche. bäh. Vermutlich ist Dargun irgendwo bei Bitterfeld und das Brauwasser daher noch mit allerlei Beigaben versetzt. Nä, Plus, Du Arschloch, mit mir nicht.
Wochenende um Wochenende das Gleiche. Menschen treffen sich in der Stadt und einige von ihnen wollen etwas erleben. Die Nacht der Nächte feiern, warten trinkend auf das Ereignis, welches da kommen muss, von dem man noch seinen Kindeskindern erzählen wird. Nur passiert da nichts.
Oasis haben es for vielen Jahren bereits erkannt und in eine Songzeile gepackt : “I was looking for some action, but all I found was cigarettes and alcohol.” Da ist sie, die Wahrheit über das Freitagsamstagabenderleben, zusammengefasst auf wenige Worte.
Dennoch höre ich spätestens jeden Freitagabend die gleiche Frage: “Was ist denn heute so los?” und eigentlich lautet die Antwort, dass man sich mit ein Paar Bekannten in der Stadt trifft, redet, trinkt, raucht und irgendwann nach Hause geht.
Doch Viele geben sich leider immer noch der Illusion des Erlebens hin. Wollen dann zum Beispiel in Kneipen gehen. Kneipen. In 95% aller Kneipen läuft schlechte, weil beliebige Musik. Leute sitzen dort, reden, trinken, rauchen und gehen irgendwann nach Hause. Manchmal ist die Musik auch so laut, dass man nicht miteinander reden kann, oder man gemeinsam an einem Tisch sitzt und höchstens den Nebenmann verstehen kann. Oder nichteinmal dass, weil der gerade in einem Gespräch mit dem Nebenmann daneben ist und man aus Gründen der Sprechrichtung dann gar nichts mehr mitbekommt. Das Einzige, was in solchen Fällen dann hilft, ist die Beschäftigung mit seinem Bier. Oder damit, Bier holen zu gehen. Die Kneipe zu verlassen, dass würde ja bedeuten, man habe nichts erlebt. Gut, da sind dann auch noch Andere in der Kneipe. Die beschäftigen sich dann mit ihren Leuten. Vermutlich ist denen auch langweilig und man könnte ja mit denen Sprechen. Doch im Grunde ist weniges peinlicher als diese Situationen, wenn jemand, der ausserhalb einer Gruppe steht, plötzlich Kontakt mit dieser Gruppe Menschen aufnehmen will, ohne Duktus und Ritus dieser Gruppe zu kennen, nicht deren Themen oder deren Freunde kennt, maximal drei Sätze Smalltalk herausbringt, vieleicht noch auis Höflichkeit so Lange in deren Nähe stehen bleibt, bis das Bier alle ist und sich dann wieder zurück zu seinen Leuten verzieht. Da unterhält sich immer noch der eine mit seinem Nebenmann, wo eine Teilhabe am Gespräch ja aufgrund der Lautstärke der Musik, welche zudem noch unerträglich weil,wie bereits erwähnt beliebig, nicht möglich ist. Dann sind da noch die anderen Beiden. Ein Päärchen von der Sorte, die sich bemühen, nach Außen hin kontinuierlich den Eindruck zu vermitteln, als basiere deren Beziehung auf zwei Dingen. Stress und Sex. Gerade war Stress angesagt und einander angeschmollt. Prima, nach zwei Bier gehense nach Hause und dann ist wieder Punkt eins angesagt. Jeder für sich genommen, ist ja durchaus ne nette Person, gemeinsam aber entweder Stress oder Sex.
Schließlich gibt es noch die Eckkneipen. Oft sind mir diese ja lieber, als diese eben erwähnten, angeblichen “Szene” Kneipen. Wer Orte wie “Em Kappellsche”, die “Severinsklause” oder “beim Pitter” betritt, der will nichts erleben, der wiess wat er will. Männerschweiss, Männergespräche, Herrengedeck und den bedingungslosen Abschuss. Nur kannste dazu auch immer nur die selben drei Verrrückten bewegen. Diejenigen, die auch wissen, wie man sich in solchen Kneipen zu verhalten hat, die nicht ihre schlecht gelaunten Anhängsel mitbringen, die mit ner Fresse wie zehn Jahre andauernde Regelschmerzen da sitzen und ständig drauf bestehen, dass dieser Ort, irgendwo zwischen Hartz IV, Heinoplatten, blinkenden Geldspielautomaten, dickbäuchigen alten Männern mit Lederwesten und Schnautzbärten, kein besonders aufregender ist. Oder diejenigen, die eben nicht wissen, wei man sich in solchen Orten zu gebärden hat und somit immer und ständig den Ärger der Ureinwohner dieser ökologischen Nische auf sich ziehen müssen.
EIne andere Möglichkeit, was zu Erleben sind dann Clubs. Da Zahlt man Eintritt, um für die Getränke da drinn noch mehr Geld zu zahlen, als in den Kneipen ohne Eintritt, bindet sich dann aber auch an diesen Ort (schließlich hat man ja Eintritt bezahlt), es ist verdammt heiss, aber man kann tanzen. Ich bin ja nicht prinzipiell gegen Tanzen. Nur tanz ich ungern zu den aktuellen Indiecharts oder den Lieblingssongs der ganzen potentiellen 17- jährigen Freundinnen, die hier noch so herumlaufen. Und das sind noch die guten Clubs, von denen ich hier Rede. Man will eben was erleben.
Mir reichen zwei, drei Leute, die Aussicht auf andere und mal schauen, was passiert. Meistens passiert nichts, und wenn, dann bestimtnihctm weil man gerade in eine Kneipe oder einen Club geganen ist. Sondern weil einfach was passiert. Einfach so. Und dann ist sie da, eine diese Nächte, von denen es eben wenige gibt, wo man wirklich mal was erlebt.
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Von hier oben aus hat man eine verbesserte Sicht auf die Stadt, die Welt und das drumherum. Deswegen schreibe ich hier, was ich sehe, damit die da unten sich über den Arsch hier oben amüsieren können.